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Frauen im Triathlon

März 8, 2021

EINE ÄRA DES FRAUENSPORTS

FRAUEN UND TRIATHLON

In den letzten Jahren gab es eine Art... Erwachen für Frauen im Triathlon. Wir Frauen haben erkannt, dass die gleichberechtigte Teilnahme an Wettkämpfen und gleiche Preisgelder zwar großartig sind, aber für eine vollständige Inklusion definitiv nicht ausreichen.

Es beginnt eine neue Ära – eine Ära, in der alles, von Kleidung über Fahrräder bis hin zu Trainingsplänen und ja, auch Neoprenanzügen, speziell für Frauen entwickelt wird.

Vor ein paar Monaten unterhielten wir uns mit den Profi-Triathletinnen Katrina Matthews, Chelsea Sodaro und Emma Pallant, die offen über die aktuellen und sich verändernden Bedingungen für Frauen im Triathlon und generell im Sport sprachen.

FRAUEN IM TRIATHLON: WO STEHEN WIR HEUTE? 

Der Triathlon wurde oft als eine der geschlechtergerechtesten Sportarten angepriesen. Seit den 1980er Jahren gab es bei den meisten Wettkämpfen gleiche Preisgelder, und schon diese Tatsache hat den Grundstein für jahrzehntelange Erfolge von Profi-Frauen gelegt.Katrina Matthews appreciated that "this (equal prize money) offered equal opportunities from the beginning, instead of having to fight for it as it happens in other sports." 

Katrina Matthews findet es gut, dass das gleiche Preisgeld „von Anfang an Chancengleichheit ermöglichte, anstatt dafür kämpfen zu müssen, wie es in anderen Sportarten der Fall ist.“

Chelsea Sodaro sieht das genauso: „Ich denke, in unserer Sportart werden die Erfolge von Athleten und Athletinnen gebührend gefeiert, und auch die Medien würdigen unsere Leistungen.“

Die Gleichberechtigung bei den Preisgeldern auf Elite-Ebene hat den Grundstein für ein Klima der Inklusion gelegt, das in der Sportwelt fast unübertroffen ist. Emma Pallant stellt fest: „Heute machen wir [Frauen] fast ein Drittel der Teilnehmenden aus... Und bei den kürzeren Distanzen ist der Anteil noch größer.“

Und trotzdem liegt noch viel Arbeit vor uns, wenn wir eine Gleichberechtigung von Frauen auf allen Ebenen des Triathlonsports erreichen wollen, von der Teilnahme über die Industrie bis hin zum Coaching und zu Führungspositionen.

„Für Frauen im Triathlon ist das eine tolle Zeit. Auf der Amateurebene steigen die Zahlen. Aber es gibt immer noch ein gewisses Ungleichgewicht, nicht wegen mangelndem Interesse oder Können, sondern aufgrund von Zugangsbarrieren“, sagt Sodaro.

Einige der von Sodaro erwähnten Barrieren sind schwer zu verstehen, weil sie in unserer kulturellen Erfahrung verankert sind. Zu diesen Barrieren gehören verinnerlichte Vorstellungen davon, was es bedeutet, eine Frau in einem Bereich zu sein, der im Wesentlichen von und für Männer konzipiert wurde. Dies wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass die meisten sportwissenschaftlichen Forschungen und Produktentwicklungen im Hinblick auf junge männliche Sportler durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang ist es oft schwierig, genau zu bestimmen, wie oder warum sich Frauen ausgeschlossen fühlen. Dies führt am Ende zu einer Art allgemeinem Unwohlsein, einem schwer definierbaren Gefühl, dass die Wettkämpfe, an denen wir teilnehmen, und die Trikots, die wir tragen, nicht wirklich für uns konzipiert sind.

Für Matthews ist die Sache klar. In der Regel werden ihr zufolge „die Produkte in erster Linie für Männer entworfen und für Frauen 'angepasst'. Wenn wir im Markensektor sehen, dass Frauen gemeinsam mit Männern an diesen Produkten arbeiten, der Idee folgend, dass es zwei unterschiedliche Produkte gibt, können wir definitiv eine Veränderung in der Passform, der Bequemlichkeit, der Leistung und der Ästhetik sehen.“

 

TRIATHLON-AUSRÜSTUNG FÜR FRAUEN

Die Zeiten ändern sich und Unternehmen erkennen, dass es Möglichkeiten gibt, Frauen besser zu dienen.

„Interessanterweise fragen uns die Marken, mit denen wir zusammenarbeiten, nach unserem Input, beispielsweise wie der Neoprenanzug passt“, erklärt Sodaro. „Ich denke, dieses Interesse an unseren Körpern und Erfahrungen wird sehr wichtig sein, um das Wohlbefinden von Frauen beim Schwimmen, Laufen oder Radfahren zu verbessern.“

Und es gibt wohl keine Sportart, bei der Passform und Komfort so wichtig sind wie beim Schwimmen:

„Ich kenne das Gefühl, wenn ich einen Neoprenanzug anziehe, der mir perfekt passt. Ich bin bereit, mich jedem Wettbewerb, jedem Wettkampf zu stellen, und ich glaube, dass jeder, der diese Sportart betreibt, das gleiche Gefühl verdient: Vertrauen, dass man sich in dem, was man trägt, großartig fühlt“, sagt Sodaro. Die US-Triathletin fügt hinzu: „Beim Schwimmen sollte man nicht darüber nachdenken, was man trägt. Man sollte sich keine Sorgen machen müssen, ob es verrutscht, einen behindert oder zusätzliches Wasser aufnimmt. Wir sprechen von einer einzigartigen Disziplin, die ein gutes Design erfordert, das den unterschiedlichsten Körperformen gerecht wird.“

Emma Pallant bemerkt: „Beim Schwimmen ist man sich vielleicht am meisten darüber bewusst, was man trägt. Daher ist die Passform wichtig. Bei Neoprenanzügen brauchen Frauen mehr Flexibilität im Schulterbereich, vielleicht mit Auftriebselementen an den Unterarmen für einen besseren Halt. Und an der Hüfte brauchen wir Freiheit“. Und mit dieser Freiheit, sagt Matthews, „sollten wir weniger Auftrieb haben als Männer, weil wir ihn in diesem Bereich nicht so sehr benötigen.“

Für Sodaro „ist die Passform an der Hüfte und am Oberkörper im Vergleich zu Männern einzigartig. Daran muss man bei der Entwicklung eines Produkts denken, denn wenn das nicht passt, vermindert das die Effektivität des Neoprenanzugs. Es ist also sehr wichtig, die Maße unterschiedlichster Figurtypen zu kennen, um Athletinnen mehr Optionen zu bieten.“

 

DIE ÄRA DES FRAUENSPORTS BEGINNT

Am Ende unseres Gesprächs sagte Sodaro mutig: „Wir treten ein in eine Ära des Frauensports, in der Frauen ihre Stärke, ihre Kraft und ihre Erfolge feiern können. Für Produkte gibt es großartige Möglichkeiten, diese Tatsache zu erkennen und uns zu empowern. Ich denke, es ist eine großartige Zeit, um eine Athletin zu sein. Ich hoffe, die Marken sehen das auch.“

Wir sehen es. Wir begrüßen es. Und wir freuen uns auf eine neue Ära.

SARA GROSS - Ironman-Siegerin, Doktorin der Frauengeschichte.